Neuartiges Pfahlsystem
ZüriBahn

Neuartiges Pfahlsystem

24.10.2018

Ausgewählte Medien besichtigten die Probebohrungen für die ZüriBahn auf dem Zürichsee. Getestet wurde das neuartige und innovative Pfahlsystem "KIDRILL".

Weltpremiere zum Schutze der Natur

Die Zürcher Kantonalbank lud ausgewählte Medien zu einer Besichtigung der Probebohrungen für die ZüriBahn auf dem Zürichsee ein. Der Anlass fokussierte auf die innovative und moderne Bautechnik und zeigte auf, dass für die ZüriBahn erstklassige Schweizer Ingenieurskunst eingesetzt wird. Getestet wurde das vorgesehene Pfahlsystem "KIDRILL" mit einem Versuchspfahl.

Der schwimmende Ponton vor dem Strandbad Mythenquai.
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Der schwimmende Ponton vor dem Strandbad Mythenquai.

Der Pfahltyp
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Der Pfahltyp "KIDRILL" der Firma KIBAG.

Martin Scholl:
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Martin Scholl: "Wir haben gewaltige Fortschritte gemacht."

 Die Arbeiten mit dem
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Die Arbeiten mit dem "KIDRILL" verlaufen erschütterungsfrei, lärm- und emissionsarm.

Die Baugrundanalyse lief erfolgreich ab.
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Die Baugrundanalyse lief erfolgreich ab.

Wir haben bei der ZüriBahn-Projektleitung nachgefragt, was es mit dem "KIDRILL"-Pfahlsystem auf sich hat.

Können Sie die Bodenstrukturen im See näher beschreiben? Worin liegt die Herausforderung?

Die geologischen Verhältnisse im See sind herausfordernd. Der Zürichsee wurde durch den Linthgletscher geformt. Während der letzten Eiszeit stiess der Gletscher durch das Linthtal über das Zürichseetal bis ins Limmattal. Nach seinem Rückzug hinterliess der Gletscher Berge und Täler sowie viel Schutt. Aus diesen Schuttablagerungen wurde mit den Jahrtausenden Schlick. Schlick ist ein feinkörniges Sediment, dass sich in allen Gewässern bilden kann. Denken Sie hier beispielsweise an das Schlickwatt an der Nordsee. Es zeichnet sich durch einen hohen Sandanteil aus. Verbunden mit Wasser ist es sehr zäh, vergleichbar mit einem Kaugummi. Auf Seiten Zürihorn fällt das Ufer steil in ein Tal ab. Dieses Tal wurde während tausenden von Jahren mit Schlick aufgefüllt. Diese Schicht misst heute rund 30 Meter. Deshalb haben wir weitere bautechnische Abklärungen vorgenommen.

Welche zusätzlichen Abklärungen mussten Sie konkret vornehmen?

Der Seegrund im Bereich der geplanten Stützen musste bautechnisch noch genauer untersucht werden. Dazu setzten wir einen sogenannten Probepfahl. Ein Probepfahl ist eine Versuchsanordnung, mit dem verschiedene Bautechniken am geplanten Ort der Stütze simuliert werden. Zum Einsatz kam ein neuartiger Schraubenpfahl der Firma KIBAG, der sogenannte "KIDRILL".

Was genau ist das Pfahlsystem "KIDRILL"? Können Sie das näher beschreiben?

Es handelt sich dabei um einen neuartigen Schraubenpfahl, der extra von der Firma KIBAG für sensitive Baugrundverhältnisse entwickelt wurde. Traditionelle Pfählungen werden üblicherweise mit Ramm-, Verdränger oder Bohrpfählen ausgeführt. Diese sind hinsichtlich Lärmentwicklung, Erschütterungen, Einbautechnik und Setzungsverhalten für Gebiete mit anspruchsvollen Baugrundverhältnissen weniger geeignet. Wir setzen alles daran, dass die ZüriBahn umweltschonend gebaut wird. Das betrifft auch die Bautechnik, die in der angewendeten Form erstmals in diesem Ausmass eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um eine Weltpremiere.

Was ist innovativ am gewählten Pfahlsystem?

Die Schraube aus Stahlbeton wird erschütterungsfrei und lärmemissionsarm in den Boden eingedreht. Beim Eindrehen des schraubförmigen Pfahls wird kein Baugrundmaterial gefördert, sondern seitlich verdrängt und kaum aufgewühlt. Dadurch kann Trübungen im See vorgebeugt werden. Dank Vorfabrikation werden keine direkten Betonierarbeiten im See vorgenommen. Gegenüber herkömmlichen Pfahlsystemen und Bautechniken handelt es sich beim "KIDRILL" um ein umweltschonendes und lärmemissionsarmes Pfählungsverfahren.

Bedeuten die Seilbahn und die Bohrungen keine umweltschädlichen und unnötigen Eingriffe in die Seevegetation?

Bei der Umsetzung der ZüriBahn achten wir neben der Einhaltung aller gesetzlichen Auflagen auf eine möglichst umweltschonende Vorgehensweise. Die umfassenden Seegrunduntersuchungen auf beiden Seiten des Ufers haben ergeben, dass der Versuchspfahl wie auch die finalen Stützen insbesondere die gesetzlich streng geschützte Ufer- und Unterwasservegetation nicht beeinträchtigen.

Im Überblick: Eigenschaften & Vorteile des Pfahlsystems "KIDRILL"

  • für anspruchsvolle Baugrundverhältnisse
  • Schraubenpfahl aus Fertigbeton
  • keine Betonierarbeiten im Wasser
  • erschütterungsfrei
  • Minimierung der Lärmemission
  • umweltschonend
  • kaum Materialförderung und Trübungen
  • hoher Tragwiderstand

Sie möchten mehr über das neuartige Pfahlsystem "KIDRILL" wissen? Erfahren Sie mehr in unserem Faktenblatt.

Faktenblatt "KIDRILL" herunterladen (PDF)

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