ZüriBahn
Die ZüriBahn fusst auf umweltfreundlichen Schraubenpfählen
24.12.2018

Die ersten Probebohrungen für die ZüriBahn waren erfolgreich. Als Weltpremiere wurde das innovative Pfahlsystem "KIDRILL" präsentiert. Ein Interview mit Erhard Zürcher, Geschäftsführer der KIBAG Bauleistungen AG.

Der Pfahltyp
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Der Pfahltyp "KIDRILL" der Firma KIBAG.

Der schwimmende Ponton vor dem Strandbad Mythenquai.
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Der schwimmende Ponton vor dem Strandbad Mythenquai.

Martin Scholl:
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Martin Scholl: "Wir haben gewaltige Fortschritte gemacht.

Die Arbeiten mit dem
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Die Arbeiten mit dem "KIDRILL" verlaufen erschütterungsfrei, lärm- und emissionsarm.

Die Baugrundanalyse lief erfolgreich ab.
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Die Baugrundanalyse lief erfolgreich ab.

Können Sie die Bodenstrukturen im See näher beschreiben? Worin liegt die Herausforderung?

Die geologischen Verhältnisse im See sind herausfordernd. Der Zürichsee wurde durch den Linthgletscher geformt, der durch das Linthtal über das Zürichseetal bis ins Limmattal führte. Nach seinem Rückzug hinterliess der Gletscher Berge und Täler sowie viel Schutt. Aus diesen Schuttablagerungen wurde über die Jahrtausende Schlick. Schlick ist ein feinkörniges Sediment mit hohem Sandanteil, das sich in allen Gewässern bilden kann. Bekannt ist das Schlickwatt an der Nordsee. Verbunden mit Wasser ist es sehr zäh, vergleichbar mit einem Kaugummi. Beim Zürihorn fällt das Ufer steil in ein Tal ab. Dieses Tal wurde während tausenden von Jahren mit Schlick aufgefüllt. Diese Schicht misst heute rund 30 Meter. Deshalb haben wir weitere bautechnische Abklärungen vorgenommen.

Welche zusätzlichen Abklärungen mussten Sie konkret vornehmen?

Der Seegrund im Bereich der geplanten Stützen musste bautechnisch noch genauer untersucht werden. Dazu setzten wir einen sogenannten Probepfahl. Das ist eine Versuchsanordnung, mit der verschiedene Bautechniken am geplanten Ort simuliert werden können. Zum Einsatz kam ein neuartiger Schraubenpfahl, der sogenannte "KIDRILL".

Was genau ist das Pfahlsystem "KIDRILL"?

Es handelt sich dabei um ein neuartiges Schraubenpfahlsystem, welches von der Firma KIBAG extra für sensitive Baugrundverhältnisse entwickelt wurde. Diese Bautechnik ist äusserst umweltschonend und wird für die ZüriBahn erstmals in einem Binnengewässer eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine Weltpremiere.

Traditionelle Pfählungen werden mit Ramm-, Verdränger- oder Bohrpfählen ausgeführt. Diese sind hinsichtlich Lärmentwicklung, Erschütterungen, Einbautechnik und Setzungsverhalten für Gebiete mit anspruchsvollen Baugrundverhältnissen wie dem Zürichsee weniger geeignet.

Was ist innovativ am gewählten Pfahlsystem?

Die Schraube aus Stahlbeton wird erschütterungsfrei und lärmemissionsarm in den Boden eingedreht. Beim Eindrehen des schraubförmigen Pfahls wird kein Baugrundmaterial gefördert, sondern seitlich verdrängt und kaum aufgewühlt. Dadurch trübt sich der See nicht. Dank Vorfabrikation werden keine direkten Betonierarbeiten im See vorgenommen.

Sind die Seilbahn und die Bohrungen nicht unnötige Eingriffe in die Seevegetation?

Wir halten bei der Planung der ZüriBahn alle gesetzlichen Auflagen ein und achten auf eine möglichst umweltschonende Vorgehensweise. Die umfassenden Seegrunduntersuchungen auf beiden Seiten des Ufers ergaben, dass der Versuchspfahl wie auch die finalen Stützen die gesetzlich besonders streng geschützte Ufer- und Unterwasservegetation nicht beeinträchtigen.

Zum Thema

Weitere Informationen über das neuartige Pfahlsystem "KIDRILL" finden Sie im Faktenblatt.

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