«Warum 5 Prozent Zins, wenn man auch 3,5 Prozent bekommen kann?»

Die Antwort war für viele einfach: Weil man dafür etwas für die Umwelt machen kann. Und dieses Engagement gibt es bis heute.

In den 1990er Jahren waren weite Bevölkerungskreise um die Umwelt besorgt. Und Teile davon auch bereit, sich eine Verbesserung der Situation etwas kosten zu lassen. Bereits 1979 hatte die Zürcher Kantonalbank als Folge der Ölpreiskrise einen Energiesparkredit zu günstigen Konditionen für Wohnbauten eingeführt. Die Vergünstigung finanzierte die Bank aus ihren eigenen Erträgen. Die Anfang der 1980er Jahre lancierte Diskussion zum Waldsterben und die Umweltkatastrophe von Schweizerhalle mit der Verschmutzung des Rheins führten zu einem noch stärkeren Bewusstsein für die ökologischen Folgeschäden einer industrialisierten Wachstumsgesellschaft. Die Zeit für das «Oeko-Banking» war gekommen. Dies erkannten auch andere, denn im selben Jahr wurde die Alternative Bank Schweiz gegründet.

Der Bankrat bewilligt neue Produkte

Auch die Zürcher Kantonalbank wollte ihren Teil zum Schutz der Umwelt beitragen. Deshalb beantragte die Generaldirektion beim Bankpräsidium, einen «Umwelt-Fonds», ein «Oeko-Anlagekonto » und einen «Oeko-Kredit» lancieren zu dürfen. Der Umwelt-Fonds sollte es Anlegern ermöglichen, in Wachstumsmärkte zu investieren und gleichzeitig zum Schutz der Umwelt beizutragen. Der Inhaber eines Oeko-Anlagekontos sollte freiwillig auf einen Teil seines Zinssatzes verzichten, den sogenannten Oeko-Bonus. Diesen würde dann die Zürcher Kantonalbank in Form von vergünstigten Krediten an ökologisch sinnvolle Projekte weitergeben. Die Bank war sich dabei bewusst, dass auch sie ihren Teil zum Umweltengagement würde beitragen müssen. Die Generaldirektion schrieb: «Obwohl wir für unsere Vermittlung mit einer Zinsmarge arbeiten, ist damit zu rechnen, dass dieser Geschäftszweig unsere Erfolgsrechnung belastet.» Das Bankpräsidium gab grünes Licht und führte zudem noch einen Umweltbeirat ein, der sich aus externen Fachleuten zusammensetzte und die Bank in allen internen und externen Umweltfragen beraten sollte.

Die Umwelt im Fokus: Werbeplakat für die Oeko-Produkte, 1995.

Weniger Zins, mehr Kredit für die Umwelt! Mit diesem Inserat machte die Bank 1991 auf ihre Oeko-Produkte aufmerksam.

Zwischen angemessenem Gewinn und sozialem Leistungsauftrag

Doch die Herausforderung lag nicht im Finanziellen allein: Der Umwelt-Fonds konnte nicht umgesetzt werden, weil es 1990 zu wenig Schweizer Firmen gab, die handelbare Aktien führten und gleichzeitig den Kriterien des Umweltbeirats entsprachen. Die finanziellen Geschäftsverluste bei der Vermittlung von Oeko-Krediten konnten mit der gesetzlich festgelegten Aufgabe der Kantonalbank, «zur Lösung der volkswirtschaftlichen und sozialen Aufgaben im Kanton beizutragen», hingegen aufgefangen werden. 1992 war es dann so weit: Das ZKB Umweltdarlehen, das ZKB Umweltsparkonto und der Umweltbeirat wurden mit folgendem Slogan eingeführt: «Warum 5 Prozent Zins, wenn man auch 3,5 Prozent bekommen kann?»

Auch heute noch topaktuell

Das ZKB Umweltdarlehen fördert auch heute noch energieeffizientes Bauen und Renovieren. Der Nachhaltigkeitsbeirat leistet Unterstützung bei der Bewertung von Aktien und Fonds. Und seit 2018 bietet der Green Bond der Zürcher Kantonalbank auch Investoren eine Anlagemöglichkeit im Bereich Energieeffizienz nach international anerkannten Standards (ICMA Green Bond Principles).

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Das Umweltdarlehen gibt es heute noch, Werbeplakat 2013.

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