Über Kunst lässt sich streiten …

 «Echt trostlos.» – «Also diese Farbkleckse würde selbst ich noch hinkriegen.» – «Ich weiss nicht, was ihr habt. Mir gefällt dieses Sujet sehr.» Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten, was man den Kommentaren der Personalzeitung von 2012 entnehmen kann. Für die Zürcher Kantonalbank gehört sie aber mit dazu.

Kunstwerke lösen oft kontroverse Gespräche aus. Dies ist bei der Zürcher Kantonalbank erwünscht, wie man ihrer Personalzeitung entnehmen kann: «Kunst weckt Emotionen, Kunst regt zum Diskutieren an, Kunst belebt. Das ist ein wichtiger Grund, warum heute viele Unternehmen in ihren Räumlichkeiten künstlerische Werke präsentieren oder systematisch Kunst sammeln. Ein anregendes Umfeld schaffen, Gespräche fördern und den Blick für innovative Ideen schärfen, das sind die meistgenannten Ziele von Firmen, die Kunst in ihre Geschäftsstrategie integrieren.» Das war nicht immer so.

Kunst soll neue Perspektiven öffnen

Bilder und Kunstwerke in den Räumen einer Bank, daran ist man gewöhnt. Doch Kunst sollte früher vor allem dekorativ sein, diente als Wandschmuck und wurde für neu errichtete oder umgebaute Räumlichkeiten angeschafft. So vermerkten die Protokollbücher der Bankkommission die ersten Kunstankäufe der Zürcher Kantonalbank auch fein säuberlich unter den Mobiliar-Anschaffungen. 2005 entschloss man sich, Kunst auch in der Werbung einzusetzen, und zwar im Rahmen einer Private-Banking-Kampagne. Im selben Jahr wurde bei der Zürcher Kantonalbank eine Fachstelle Kunst etabliert und eine Kunstkommission mit je einem an Kunst interessierten Mitglied pro Geschäftseinheit gebildet, die mit Unterstützung des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft ein Konzept festschrieb. Auf dieser Basis schuf man im neuen Geschäftshaus Steinfels zwei halböffentliche Kunstzonen. Und über die künstlerischen Impulse, die von der Kunstsammlung ausgingen, diskutierten die Gäste bei der Eröffnung des Gebäudes bereits eifrig.


IT-Betriebscenter: eine Rauminstallation des Künstlers Nic Hess. Sie enthält verschiedenste Metaphern aus der Informatik. Den linken Teil des Kunstwerks bevölkern eine Horde Käfer – oder eben Bugs.

Plakat aus der Private-Banking-Kampagne, 2005.

Kultur- und Wirtschaftsraum Zürich im Blickpunkt

Die Zürcher Kantonalbank sammelt Zürcher Gegenwartskunst. Die Künstlerinnen und Künstler haben alle einen Bezug zum Kultur- und Wirtschaftsraum Zürich. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl sind die künstlerische Qualität und der innovative Charakter eines Werks. Über die Ankäufe entscheidet die Kunstkommission aufgrund von Anträgen der Fachstelle Kunst. Diese Werke werden in der Kundenzone der Zürcher Kantonalbank platziert und so den Mitarbeitenden, den Kunden und auf Anfrage hin auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Grundlage des Engagements bildet der Leistungsauftrag des Kantonalbankgesetzes, der neben der wirtschaftlichen auch die soziale Entwicklung postuliert. Seit 2016 führt die Fachstelle Kunst im Rahmen der Kunstvermittlung gezielt beispielsweise kleine Ausstellungen, Führungen zum Teil mit Künstlern, Workshops (Fotolabor, Camera obscura), Fachreferate oder Weiterbildungsevents über Mittag durch. Die Zürcher Kantonalbank möchte damit den Mitarbeitenden ihr Kunstengagement näherbringen und speziell den Zugang zur zeitgenössischen Kunst aus dem Raum Zürich ebnen. Kunst darf durchaus Reibungsfläche bieten und damit zu Gesprächen und Austausch motivieren.

Titelbild: Plakat aus der Private-Banking-Kampagne, 2005.

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