Allererste Filiale: Winterthur

Die erste Filiale der Zürcher Kantonalbank entstand bereits 1870, kurz nach der Eröffnung des Hauptsitzes in Zürich. Sie hatte stets einen speziellen Platz in den Annalen der Bank. Und sie entwickelte sich bald zur grössten Filiale mit weitreichenden Kompetenzen.

Seit November 1870 besteht in Winterthur eine Filiale der Zürcher Kantonalbank. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit der Leihkasse der Hülfsgesellschaft Winterthur beschloss der Bankrat, eine eigene Geschäftsstelle einzurichten. Die damaligen Büros befanden sich an der Stadthausstrasse, gegenüber des Casinos. Die Hauptbank hielt ihre Filiale vorerst an kurzen Zügeln, wie Bankratsprotokolle zeigen. Details wurden streng geregelt. So durfte die Filiale 1871 beispielsweise nur Vorschüsse von 2000 Franken für Faustpfänder und 1000 Franken für Bürgschaften geben. Wer höhere Beträge wollte, musste nach Zürich verwiesen werden. Im Laufe der Zeit wurden die Kompetenzen der Filiale Winterthur erweitert, wobei sie aufgrund ihrer Grösse und Wichtigkeit stets mehr Angelegenheiten selbstständig entscheiden durfte als die anderen Filialen.

Raumeinsparung durch Mechanisierung

1900 zügelte die Bank in das prestigeträchtige Postgebäude an der Stadthausstrasse/Münzgasse, das sie vom Eidgenössischen Departement des Innern erworben hatte. In den 1930er Jahren konnte eine angrenzende Liegenschaft gekauft werden, um im Bedarfsfall mehr Raum für Büros schaffen zu können. 1956 stellte man einen weiteren Antrag auf räumliche Erweiterung. Zwei Mitglieder der Direktion reisten eigens nach Winterthur, um vor Ort zu sehen, ob dies auch wirklich notwendig sei. Die beiden Herren kamen zum Schluss, dass eine Erweiterung der Büroräume gar nicht so dringlich sei. Sie berichteten, dass die Winterthurer Buchhaltung mit veralteten Mitteln arbeitete und dass neue Maschinen und Möblierungen zusätzliche Raumeinsparungen ermöglichten. Das Bankgebäude wurde Mitte der 1970er Jahre schliesslich abgebrochen. An seiner Stelle entstand ein Neubau, der 1981 bezogen werden konnte. Dieser wurde mit der EMCH-Urkunde ausgezeichnet, die für besondere Verdienste bei der Förderung des Winterthurer Stadtbilds vergeben wurde.

Die Filiale Winterthur ist mit ihren 118 Mitarbeitenden nach wie vor die grösste Geschäftsstelle der Zürcher Kantonalbank und als prägendes Element beim Untertor aus Winterthur nicht mehr wegzudenken. Ihre Verbundenheit mit der Stadt zeigt sich u. a. mit dem Sponsoring von lokalen Anlässen wie der Schulsportveranstaltung «Töss-Stafette», dem seit 1865 bestehenden Sommertheater Winterthur und der vorweihnächtlichen «Winti Mäss».

Eingang zur Filiale Winterthur, 1911.Eingang zur Filiale Winterthur, 1911.

Ein Blick hinter den Schalter zeigt neben aufgeräumten Pulten auch den charmanten Umgang mit der Kundschaft.
1/8

Ein Blick hinter den Schalter zeigt neben aufgeräumten Pulten auch den charmanten Umgang mit der Kundschaft.

Ungeordneter Andrang am Schalter aus unbekanntem Anlass.
2/8

Ungeordneter Andrang am Schalter aus unbekanntem Anlass.

Die Filialkommission, hier im Jahr 1920, kontrollierte die Geschäfte der Bankfiliale.
3/8

Die Filialkommission, hier im Jahr 1920, kontrollierte die Geschäfte der Bankfiliale.

Im ehemaligen Postgebäude, erbaut im Stil der italienischen Renaissance, war ab 1900 die Filiale Winterthur untergebracht. Aufnahme von 1929.
4/8

Im ehemaligen Postgebäude, erbaut im Stil der italienischen Renaissance, war ab 1900 die Filiale Winterthur untergebracht. Aufnahme von 1929.

Eingang zur Filiale Winterthur, 1911.
5/8

Eingang zur Filiale Winterthur, 1911.

Vorraum der Tresoranlage, 1917.
6/8

Vorraum der Tresoranlage, 1917.

Schrankfächer im Untergeschoss, 1915.
7/8

Schrankfächer im Untergeschoss, 1915.

Angestellte der Filiale Winterthur, 1933.
8/8

Angestellte der Filiale Winterthur, 1933.

Titelbild: Verwalterzimmer, durch einen Umbau 1932 aufgehoben.

Inhalt teilen

Für eine optimale Ansicht drehen Sie bitte Ihr Smartphone.