Aufregung nach Schalterschluss

Ein Tresorraum ist dafür da, dass Wertsachen absolut sicher aufbewahrt werden. Das wird jedem augenblicklich klar, wenn er den Raum durch die tonnenschwere Tür betritt. Was passiert aber, wenn man selbst eingeschlossen wird? Kommt man da so einfach wieder heraus?

«Wir schliessen, bitte verlassen Sie den Tresor!» Bis vor einigen Jahren war es üblich, dass eine Mitarbeiterin der Zürcher Kantonalbank dies vor der abendlichen Schliessung des grossen Tresors am Hauptsitz von der Tür aus in den Tresorraum rief. Nach einiger Zeit schloss sie dann die Türen. Doch am Montagabend, dem 6. August 2006, meldeten bald darauf die Bewegungsmelder Aktivität im Tresorraum. Die Sicherheitszentrale alarmierte umgehend die Polizei und die Bankmitarbeiterin. Letzterer dämmerte langsam, dass eine Kundin den Tresor wohl doch noch nicht verlassen hatte. Aber ohne Spezialist war der Tresor nicht zu knacken! Das intelligente Sicherheitssystem verhinderte eine einfache Öffnung zu solch ungewöhnlicher Zeit. Nach stundenlanger Arbeit schaffte es der aufgebotene Spezialist und die Tür war endlich offen.


Werbeplakat, 1970er Jahre.

Wer versteckt sich im Tresorraum?

Die Bewegungsmelder hatten tadellos funktioniert: Hinter der Türe wartete eine ältere Dame ungeduldig darauf, befreit zu werden. Sie sei am Tischchen eingeschlafen und habe später bemerkt, dass die Türe zu sei. So blieb ihr wenigstens die Angst erspart. Die Zürcher Kantonalbank allerdings stellte umgehend Notfalltelefone in jeden Tresorraum, denn das Handy funktioniert hinter den dicken Tresormauern nicht. Und die Bank tat noch mehr, um solche Vorfälle künftig zu verhindern: Sie schuf die Möglichkeit, von aussen Licht im Tresor anzuschalten, und erklärte einen Rundgang des Personals durch alle Gestelle des Tresors vor Arbeitsschluss zur Pflicht. Sicher ist eben sicher – damit bis heute nur eingeschlossen wird, was auch eingeschlossen werden soll.

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