Baulärm in den Roaring Sixties

Das Neubau-Areal der Zürcher Kantonalbank rund um die Bahnhofstrasse 9 erstreckte sich in den 1960er Jahren bis zur Börsenstrasse und bis zur Talstrasse. Damit die Umgebung nicht zu viel Baulärm abbekam, liessen sich die Verantwortlichen der Zürcher Kantonalbank etwas einfallen. Um die Erschütterungen des Baus möglichst gering zu halten, brachten sie zur Erstellung der Baugrubenwände eine damals neue Technik für Lärmschutz zum Einsatz: das Benoto-Verfahren.

Baulücke des abgebrochenen Henneberghauses, das 1936 erworben wurde. Dahinter ist das ursprüngliche Bankgebäude von 1902 zu erkennen, das in der zweiten Bauetappe abgebrochen wurde.
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Baulücke des abgebrochenen Henneberghauses, das 1936 erworben wurde. Dahinter ist das ursprüngliche Bankgebäude von 1902 zu erkennen, das in der zweiten Bauetappe abgebrochen wurde.

Vorbereitung der Baugrube. Im Hintergrund ist das alte Börsengebäude sichtbar, damals Sitz der Sparkasse der Stadt Zürich.
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Vorbereitung der Baugrube. Im Hintergrund ist das alte Börsengebäude sichtbar, damals Sitz der Sparkasse der Stadt Zürich.

Halsbrecherische Abbrucharbeiten beim Henneberghaus im Frühjahr 1960 als Teil der ersten Bauetappe.
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Halsbrecherische Abbrucharbeiten beim Henneberghaus im Frühjahr 1960 als Teil der ersten Bauetappe.

Um die Beeinträchtigungen der Umgebung möglichst gering zu halten, wählte man für die Baugrubenwände das «neuere, weitgehend lärm- und erschütterungsfreie Benoto-Verfahren».
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Um die Beeinträchtigungen der Umgebung möglichst gering zu halten, wählte man für die Baugrubenwände das «neuere, weitgehend lärm- und erschütterungsfreie Benoto-Verfahren».

Im Herbst 1961 hatten die Rohbauarbeiten begonnen. Hier werden die Lichtkuppeln oberhalb der neuen Kundenhalle angebracht.
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Im Herbst 1961 hatten die Rohbauarbeiten begonnen. Hier werden die Lichtkuppeln oberhalb der neuen Kundenhalle angebracht.

Bevor die zweite Bauetappe 1964 startete, feierte das Bankpersonal das sogenannte «Abbruchfest» mit Tanz, Kegelbahn, Polonaise und Glücksrad.
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Bevor die zweite Bauetappe 1964 startete, feierte das Bankpersonal das sogenannte «Abbruchfest» mit Tanz, Kegelbahn, Polonaise und Glücksrad.

Bau-Chronologie des jetzigen Hauptsitzes

Erste Etappe – 3 Jahre Bauzeit
6. Dezember1959: Bauprojekt vom Kantonsrat bewilligt
29. Dezember 1959: Baubewilligung erteilt
Januar – August 1960: Gebäudeabbrucharbeiten zwischen Henneweg und Börsenstrasse
August 1960 – September 1961: Vorbereitung der drei Stockwerke tiefen Baugrube
September 1961 – September 1962: Rohbau
September 1964: Ende der Ausbauarbeiten
14. September 1964: Eröffnung der ersten Bauetappe

Zweite Etappe – 4 Jahre Bauzeit
September 1964 – Oktober 1965: Abbruch des alten Bankgebäudes
November 1966 – Mai 1968: Rohbau
November 1970: Abschluss der zweiten Bauetappe des Bankneubaus

Zum Vergleich: Gut vier Jahre dauerte auch die Generalsanierung des gesamten Neubaus (2011–2015). Dabei waren allerdings umfangreiche denkmalpflegerische und neue sicherheitsrelevante Vorgaben zu berücksichtigen.

Titelbild: Neues Verfahren für Baugrubenwände: Eisenrohre von 88 cm Durchmesser wurden in den Boden gebohrt und gleichzeitig entfernte ein Greifer das Erdmaterial im Rohr. Schliesslich wurde in dieses Rohr Beton eingefüllt und das Rohr wieder aus dem Boden gezogen.

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