Bratwürste, Barren und Ballone

Ab 1979 führten die Filialen der Zürcher Kantonalbank wiederholt Tage der offenen Tür durch. Solche Anlässe erlaubten einen Blick hinter die Kulissen und boten dem Publikum viele Attraktionen – von Wurst bis Gold.

Bei den Gästen besonders begehrte Besuchsorte waren in der Regel nicht Büros oder Schalter, sondern Tresor- und Schrankfachräume. Auch technische Neuheiten waren beliebte Anziehungspunkte, wie die Personalzeitung 1982 aufzeichnete: «Besonderes Interesse fanden die modernen Geräte, der Telex, die Terminals oder das Mikrofichenlesegerät.» Schon 1979 hatte die Filiale in Wallisellen mit einer Besonderheit gelockt: «Durch Computerspiele erhielten viele der interessierten Besucher einen oftmals ersten Einblick in ein modernes DV [Datenverarbeitungs]-System.»

Der Schatz im Schrankfach

Zu den bewährten Elementen gehörten – neben dem festlichen Auftakt durch eine lokale Musikgesellschaft und der Bewirtung im Festzelt – auch die Wettbewerbe. Besonders beliebt war der Schrankfachwettbewerb, bei dem die Besuchenden raten konnten, hinter welchem Türchen Goldbarren, Silberbarren oder Goldvreneli versteckt lagen. Hatte er richtig geraten, durfte der Gewinner den gefundenen Schatz behalten.

Und natürlich durften die bei solchen Anlässen unvermeidlichen Ballone für Kinder nicht fehlen. Ab den 1980er Jahren wurde der Entertainment-Bereich ausgeweitet: Nun unterhielten zusätzlich Komiker, Karikaturisten, Clowns oder Zauberer die Gäste.

Fast wie im Ausverkauf

Diese Tage der offenen Tür lockten stets eine grosse Schar Besuchende an: Ein Rekord waren die 4700 Interessierten, welche 1993 die neue Filiale in Kloten besichtigten. Schon 1982 in Wädenswil musste ein grosser Andrang bewältigt werden: «Zeitweise herrschte in allen Räumen ein Gedränge wie während eines Ausverkaufs, so dass die Besucher zur Besichtigung der Tresor- und Schrankfachräume im Untergeschoss nur noch schubweise zugelassen werden konnten.»

So verlangte die Durchführung den Mitarbeitenden einiges ab. In der Filiale Oberwinterthur war 1989 die Erleichterung über den gelungenen Anlass jedenfalls gross: «Kein Neugieriger hatte einen Alarmknopf betätigt, und niemand hatte in einer Ecke die unauffällige Plastiktasche deponiert, vor der wir so gewarnt worden waren.»


Alt und Jung trafen sich bei den Tagen der offenen Tür.

Der Goldtresor bleibt zu

Heute führt die Zürcher Kantonalbank kaum noch Tage der offenen Tür durch. Einerseits aus Sicherheitsüberlegungen, andererseits hat sich der Bankenberuf in den letzten Jahren stark verändert. Konnte man früher noch gewisse Bankabläufe den Besuchenden physisch demonstrieren, so dominieren heute Computer die Arbeitswelt des modernen Bankings. Diese Automatisierung und Zentralisierung geschäftsrelevanter Prozesse macht einen Blick hinter die Kulissen der stark verkleinerten Büroräumlichkeiten einer Bankfiliale nicht mehr so spannend wie früher. Auch Goldtresore müssen heute aufgrund sicherheits- und versicherungsbedingter Auflagen unter Verschluss bleiben, obwohl diese nach wie vor eine grosse Anziehungskraft ausstrahlen.

Mit zeittypischen Zeichnungen lud die Bank 1981 zu einem Rundgang durch die Filiale in Fällanden ein.
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Mit zeittypischen Zeichnungen lud die Bank 1981 zu einem Rundgang durch die Filiale in Fällanden ein.

Mit einem Tag der offenen Tür feierte 1985 die Filiale Volketswil. Es lockten «rassige Dixieland- und Swing-Einlagen», ein Poster mit einer Luftaufnahme von Volketswil als Geschenk und die unvermeidlichen Luftballons.
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Mit einem Tag der offenen Tür feierte 1985 die Filiale Volketswil. Es lockten «rassige Dixieland- und Swing-Einlagen», ein Poster mit einer Luftaufnahme von Volketswil als Geschenk und die unvermeidlichen Luftballons.

Musikalische Untermalung gehörte zu einem gelungenen Tag der offenen Tür dazu.
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Musikalische Untermalung gehörte zu einem gelungenen Tag der offenen Tür dazu.

Wettbewerbe gehörten zum festen Bestandteil der Feste: Die ersten Schrankfachwettbewerbe fanden schon in den 1970er Jahren statt.
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Wettbewerbe gehörten zum festen Bestandteil der Feste: Die ersten Schrankfachwettbewerbe fanden schon in den 1970er Jahren statt.

Als Gewinn im Schrankfachwettbewerb winkten kleine Silberbarren oder Goldvreneli.
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Als Gewinn im Schrankfachwettbewerb winkten kleine Silberbarren oder Goldvreneli.

Natürlich wurden die Gäste auch mit Informationsmaterial versorgt.
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Natürlich wurden die Gäste auch mit Informationsmaterial versorgt.

Die offenen Türen ermöglichten ungezwungene Gespräche.
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Die offenen Türen ermöglichten ungezwungene Gespräche.

Clowns oder Karikaturisten sorgten oft für Unterhaltung, so wie hier in Bassersdorf 1990.
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Clowns oder Karikaturisten sorgten oft für Unterhaltung, so wie hier in Bassersdorf 1990.

Und natürlich wurden die Gäste im Festzelt mit Kost und Unterhaltung versorgt.
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Und natürlich wurden die Gäste im Festzelt mit Kost und Unterhaltung versorgt.

Ballone waren ein Muss. Meist wurden die Banklehrlinge für die Arbeit am Ballonstand eingespannt.
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Ballone waren ein Muss. Meist wurden die Banklehrlinge für die Arbeit am Ballonstand eingespannt.

Titelbild: Der Besucherandrang konnte gross sein, die Mitarbeitenden hatten alle Hände voll zu tun.

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