Das Sparkässeli – 1908 der letzte Schrei

Der Bankrat wollte 1908 «den Versuch der Einführung wagen», und so wurde das Sparkässeli bei der Zürcher Kantonalbank eingeführt. Zum Öffnen musste es auf die Bank gebracht werden, damit Wankelmütige ihren Entscheid zu sparen nicht so einfach rückgängig machen konnten. Das klassische Metallkässeli erhielt der Kunde damals gegen eine Gebühr von 6 Franken, die er bei einer allfälligen Rückgabe mit Zinsen zurückerhielt. Dieses Kässeli hatte während rund 60 Jahren dieselbe Form, wurde zuletzt aber aus blankem Metall und in blauer Farbe gefertigt.

Ab 1970 kam ein neues Material zum Einsatz: Kunststoff. Das Kässeli erhielt auch neue Formen: eine Eierform 1970, später eine Triangelform und ab 1977 die runde Büchsenform, die in der Herstellung billiger war. Inzwischen unterstützt das Maskottchen Filou die Kinder beim Sparen und das farbig gestaltete Kässeli wird bei Bedarf in der Filiale abgegeben. Seit dem ersten Sparkässeli hat sich aber nicht nur das Design stark verändert. Auch wird heute das Öffnen dem Kunden überlassen.

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«Ein neues Mittel, das zum Sparen anregen soll, ist seit einiger Zeit bei einer Reihe von Banken im In- und Ausland in Gebrauch. Es ist eine Büchse zum Einlegen von Geldstücken und auch Banknoten. Sie wird den Leuten nach Hause mitgegeben. Die Meinung ist, dass mancher Franken, um dessentwillen man nicht zur Sparkasse geht und der also verbraucht wird, in die Büchse eingelegt werde.»
Bankratsprotokoll, 7.2.1908

Titelbild: Das Weltkugelkässeli als Vorbote des Kunststoffzeitalters wird umringt von den traditionellen Metallkässeli aus den ersten Jahren (dunkel) und aus späteren Zeiten (blechfarben und blau). Das Kunststoffzeitalter brachte eine Vielfalt an Kässeliformen hervor. Die Spardose aus Metall ziert heute das Maskottchen Filou.

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