Geerbt wird immer

Erben und Vererben sind gewichtige Themen: 2020 dürften in der Schweiz 95 Milliarden Franken geerbt werden. Seit rund 100 Jahren bietet die Bank in diesem komplizierten Feld beratende Unterstützung. 

Die Zürcher Kantonalbank entschied sich schon Anfang des 20. Jahrhunderts, Beratungen im Bereich Erbschaftsangelegenheiten anzubieten. Dieses Kundenbedürfnis entstand besonders nach der Einführung des neuen Zivilgesetzbuches 1912: Das schweizweit gültige ZGB erneuerte in zahlreichen Artikeln die bisher kantonalen Erbrechtsregelungen.

Arbeit auch von den Waisenämtern

Im Bankrat wurde angesichts dieser Neuerungen eine besondere Abteilung für «Erbschaftsverwaltungen, Erbschaftsliquidationen und Testamentsvollstreckungen» angeregt. So heisst es im Bericht der Rechnungsprüfungskommission 1916: «Es ist an der Zeit, dass die Kantonalbank diese Tätigkeit ebenfalls aufnehme; sie entspricht einem grossen Bedürfnis und leitet der Bank Gelder zu, die von ihr ungleich besser im Interesse unseres Wirtschaftskörpers verwendet werden, als dies gelegentlich von andern Instituten geschehen mag.» Dieses Postulat wurde Ende 1922 umgesetzt, indem ein «Bureau» mit entsprechenden Funktionen eingerichtet wurde. Das Kantonalbankgesetz erwähnte dann 1926 explizit, dass ein neuer Geschäftskreis der Bank Geschäfte im Bereich Erbschaften und Testamentsaufbewahrung sowie -vollstreckung umfasse. Diese Ausweitung der Tätigkeitsfelder wurde auch nötig, weil die Waisenämter verschiedener Gemeinden, darunter auch jenes der Stadt Zürich, ihre Vormundschaftsgelder der Bank zur Verwaltung übergaben.

Anwälte wenig erfreut

Der neu geschaffene Geschäftsbereich blieb nicht nur bestehen, sondern wurde stets erweitert. Das hatte für die Zürcher Kantonalbank auch strukturelle Folgen: Der Tätigkeitsbereich «Erbschaften/ Testamente» wurde zusammen mit der Vermögensverwaltungsabteilung 1972 verselbstständigt. Sieben Jahre später wurde die Dienstleistungspalette um unternehmerische Nachfolgelösungen und Steuerangelegenheiten erweitert. Zur Bekanntmachung dieses Angebots verschickte die Bank in jenem Jahr einen Flyer «Testamente» an potentielle Kunden, was von Anwälten als unerwünschte Konkurrenzierung ihres juristischen Angebots kritisiert wurde. Die Kritik blieb ohne Folgen, der Bank bescherte das neue Feld jedoch viel Arbeit: «Unsere Abteilungen Erbschaftssachen und Steuerangelegenheiten wurden in den letzten zwölf Monaten überdurchschnittlich stark beansprucht. Offensichtlich vertrauen viele Zürcherinnen und Zürcher diese sehr persönlichen und oftmals komplizierten Probleme gerne unseren Spezialisten an.» Die Zürcher Kantonalbank war neben der Beratung auch bestrebt, das Allgemeinwissen zu fördern: So schrieb ein Vizedirektor der Abteilung Erbschaftssachen 1992 ein leicht verständliches Büchlein für die Bankkundschaft, das praktische Hinweise für «Ehevertrag, Testament und Erbschaft» gab.


Für die interessierte Kundschaft verfasste ein Experte der Bank ein leicht verständliches Handbuch mit praktischen Hinweisen.


Das Thema «Erbschaft» beschäftigte die Bank seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Hier eine Broschüre von 1974.

Und im 21. Jahrhundert?

«Damit Testament, Erbteilung, Stiftungen, Beistand- und Vormundschaften keine Fremdwörter sind», gibt es auf der Website der Zürcher Kantonalbank eine eigene Rubrik «Erben & Vererben». Für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden ist die Zürcher Kantonalbank eine sehr wichtige Partnerin im Kanton. Mit einem Online-Erbschaftsrechner lassen sich – sofern es bei der gesetzlichen Erbteilung bleibt – auf der Website die prozentualen Anteile je nach familiärer Konstellation errechnen. Und wenn man ein Gesamtvermögen eintippt, zeigt der Rechner gar konkrete Erbschaftssummen an. Im Jahre 2016 hat die Bank zudem das Magazin «Meine Vorsorge» lanciert, welches Fragen rund um Erbschafts- und Vorsorgethemen abdeckt. Das Bedürfnis der Kundschaft nach Absicherung und damit die Nachfrage nach Vorsorgedienstleistungen hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Grund dafür sind unter anderem die vielfältigen Lebensformen in unserer Gesellschaft. Die Zürcher Kantonalbank wird ihre Dienstleistungen rund um Erbschaft, Vorsorge und Steuern in den nächsten Jahren gezielt weiter ausbauen, um dem Ziel näherzukommen, Vorsorge-Ansprechpartnerin Nummer 1 im Wirtschaftsraum Zürich zu sein.

«Der Geschäftskreis der Bank umfasst (…): Übernahme von Vermögensverwaltungen und Erbschaftsliquidationen, sowie Aufbewahrung und Vollzug letztwilliger Verfügungen.»
Gesetz über die Zürcher Kantonalbank, 23. Juni 1926
Inhalt teilen

Für eine optimale Ansicht drehen Sie bitte Ihr Smartphone.