Geld aus der Röhre

Lange waren Kunden und Bankmitarbeitende zur Absicherung gegen Banküberfälle durch eine Scheibe getrennt. Das Bankpersonal wollte aber wieder näher zur Kundschaft und nicht nur durch einen engen Schlitz kommunizieren. Mit den offenen Schaltern schlug 1989 die grosse Stunde der «Geldbombe».

Die früheren Kassiere am Schalter waren in den 1980er Jahren immer mehr zu Kundenberatern geworden. Für einen engeren Kundenkontakt war es aber notwendig, endlich die Schalter-Trennscheiben niederzureissen. Die vielfältige Palette an Bankgeschäften sollte von Angesicht zu Angesicht abgewickelt werden können. In der Konsequenz durfte aber zur Überfallprävention kein Bargeld mehr am Schalter eingelagert werden. Wie sollten Bargeldauszahlungen trotzdem speditiv abgewickelt werden?

Grosser Bahnhof für technische Neuerung

Die Lösung kam ab 1989 zum Einsatz, erstmals in der umgebauten Filiale in Meilen: die spezialisierte Variante einer mit Luftdruck betriebenen Rohrpost. Wollte ein Kunde am Schalter Geld abheben, ging eine Meldung in einen mehrfach gesicherten Raum, den sogenannten Geldbahnhof. Hier füllte eine Mitarbeiterin den angeforderten Betrag in eine schlanke Transportbüchse und schickte sie via Rohrpost an den entsprechenden Schalter. Der Kundenberater entnahm dann der «Geldbombe» die genau abgezählten Banknoten und übergab sie dem Kunden. Im ZKB-Magazin wurden die offenen Schalter mit der Geldversorgung aus der Röhre und das ebenfalls neu aufgestellte Terminal für Telebanking in Selbstbedienung als Beginn einer neuen Ära angepriesen.

Später wurden als Antwort auf die offen gestalteten Schalterhallen automatische Kassentresore eingeführt. Dabei handelte es sich um eine Art Bancomat, der jedoch nicht durch den Kunden, sondern durch Bankmitarbeitende bedient wurde. Darin ist das Geld sicher aufbewahrt und Bargeldbezüge in der Schalterhalle sind sicher und schneller möglich – ein räumlich kompakter Geldbahnhof 2.0.

Offener Schalter mit zentraler Geldversorgung. Rechts ist das Terminal der Rohrpost zu erkennen.

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«Geldbahnhof» in der Filiale Meilen, 1989. Mit einem Rohrpostsystem wurde das jeweils benötigte Bargeld von einem gesicherten Arbeitsplatz zum Kundenberater am offenen Bankschalter geleitet. 

«Geldbahnhof» in der Filiale Meilen, 1989. Mit einem Rohrpostsystem wurde das jeweils benötigte Bargeld von einem gesicherten Arbeitsplatz zum Kundenberater am offenen Bankschalter geleitet. 

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