Kohlensäure aus Zürcher Luft

Seit Kurzem werden an Sprudelwasserspendern der Zürcher Kantonalbank CO2-Gasflaschen verwendet, deren Kohlensäure aus Luft Zürichs gewonnen wird. Das Jungunternehmen, das dahintersteckt, wird seit seiner Gründung von der Bank als Finanzierungspartnerin massgeblich unterstützt.

Umwelt- und Klimaschutz geniessen bei der Zürcher Kantonalbank einen hohen Stellenwert. Um den CO2-Fussabdruck der Bank weiter zu reduzieren, werden auch ganz neue Angebote wie «Klimapositives Sprudelwasser» eingesetzt. Die Idee stammt vom ETH Spin-off Climeworks. Seit Frühling 2019 führt die Bank zusammen mit Climeworks und Carbagas die airmade® CO2-Gasflaschen für ihre Sprudelwasserspender ein. 75 dieser Spender werden an den Standorten der Zürcher Kantonalbank installiert, welche Kundschaft und Mitarbeitende mit Sprudelwasser versorgen. Die Kohlensäure zur Anreicherung des Wassers stammt aus dem Kanton Zürich, genauer: Sie wird mit der Direct-Air-Capture-Anlage von Climeworks in Hinwil gewonnen. Diese Anlage leitet Luft durch chemische Filter, die das CO2 binden. Auf der anderen Seite der Anlage strömt die CO2-freie Luft wieder aus. Für die Umwandlung zu Kohlensäure wird das gewonnene CO2 in flüssiger Form ins Carbagas-Verteilernetz geführt.

Die Gründer von Climeworks, Christoph Gebald und Jan Wurzbacher, wurden von Anfang an von der Zürcher Kantonalbank unterstützt.

Die Gründer von Climeworks, Christoph Gebald und Jan Wurzbacher, wurden von Anfang an von der Zürcher Kantonalbank unterstützt.

Wie CO2 in Island zu Stein umgewandelt wird

Dies ist nur ein Aspekt der Angebote von Climeworks: Sie betreiben europaweit 14 Anlagen. Diese werden ausschliesslich mit erneuerbarer Energie oder Abwärme betrieben. Das CO2 aus Direct Air Capture wird beispielsweise verwendet, um klimaneutralen Treibstoff oder Dünger für Gewächshäuser herzustellen. Zudem etablierte Climeworks gemeinsam mit CarbFix in Island den Prozess des Carbon Dioxide Removal. Dabei wird CO2 aus der Luft gefiltert und unterirdisch mineralisiert. So wird es gebunden und kann nicht mehr in die Luft entweichen.


In Anlagen wie dieser wird CO2 aus der Luft gefiltert und gebunden.

Climeworks wurde 2009 von den ETH-Studienkollegen Christoph Gebald und Jan Wurzbacher gegründet und als ETH Spin-off geführt. Die Zürcher Kantonalbank stand dem Jungunternehmen von Beginn an als Partnerin zur Seite. Seit ihrem Investment in der ersten Finanzierungsrunde hat sie ihr Engagement stetig aufgestockt. Neben der finanziellen Unterstützung bietet die Bank auch Hilfe bei der Vermarktung und bei Networking-Aktivitäten. Das Unternehmen wächst rasant: Climeworks hat mittlerweile in sechs Ländern Anlagen installiert und beschäftigt 80 Mitarbeitende.

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Titelbild: Nicht nur im Kanton Zürich, auch auf Island betreibt das Unternehmen eine Anlage. Dort wird CO2 nach der Filterung durch Mineralisierung der Umwelt entzogen. 

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