Landesausstellung 1939 – die Bank wirkt mit

Die «Landi» in Zürich war damals das Grossereignis schlechthin und wurde nur durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überschattet. Was die Zürcher Kantonalbank mit der Landesausstellung 1939 zu tun hatte? Eine ganze Menge.

Die Landesausstellung von 1939 in Zürich beschwor die Gemeinschaft der Schweizer und – bedingt durch die Bedrohungslage vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – auch die Verteidigungsbereitschaft der Schweiz. Die Zürcher Kantonalbank wirkte bei der «Landi» mit. So arbeitete ein Vertreter der Bank aktiv in der Finanzkommission mit und organisierte federführend die Landi-Lotterie, die zur Finanzierung der Ausstellung beitrug. Dazu gehörte unter anderem die Korrespondenz mit den Gewinnern und die Gewinnauszahlung. Die Kantonalbank deckte auch die nötige Kaution (150’000 Franken) an die kantonale Finanzdirektion ab und garantierte für die korrekte Durchführung der Lotterie.

Der persönliche Brief eines Lösli-Käufers, der inzwischen Militärdienst leistete und seine Lose angeblich verloren hatte, erlaubt einen Einblick in die menschliche Psyche. Der Käufer hoffte, einen Anteil am Gewinn zu erhalten, falls eines seiner Lose ein Treffer sein würde und ein allfälliger Finder das Geld abholen sollte. Von den acht Losnummern, die er im Brief nannte, brachte eine tatsächlich einen Gewinn von 20’000 Franken, eine andere einen solchen von 5000 Franken, wie dem Bankvermerk entnommen werden kann. An wen die Bank die Gewinne schliesslich auszahlte, wissen wir leider nicht. Die weiteren Dokumente im archivierten Lotteriedossier bezeugen aber die grosse Sorgfalt, mit der die Bank die Lotterie abgewickelt hat.

Plakat und Flyer für die Landi-Lotterie.

Plakat und Flyer für die Landi-Lotterie.

Von Bankdienstleistungen bis Blumenschmuck

Weiters war die Bank zuständig dafür, dass ausländische Besucher der Landesausstellung ihr Geld wechseln und Reiseschecks einlösen konnten. Sie erledigte die Gehaltsauszahlung an das Personal der Landesausstellung und an die Securitas (Sicherheitsdienst). Ein Kassier und ein «Gehilfe» der Zürcher Kantonalbank arbeiteten dafür vor Ort. So erfüllte die Bank einmal mehr ihren Auftrag, die Menschen «mit den erforderlichen Bankdienstleistungen zu versehen», wie es im Zweckartikel des Kantonalbankgesetzes festgehalten ist. Die Bank beteiligte sich auch an der von den Zürcher Banken organisierten gemeinschaftlichen Ausstellung im Rahmen der «Landi» über das Bankwesen. Und als «zusätzliche Leistung» sorgte nicht nur die Hauptfiliale an der Bahnhofstrasse, sondern auch die Zweigstellen dafür, dass die jeweiligen Hauptplätze der Quartiere mit Blumen verschönert wurden.

Eröffnung der Landesausstellung, 1939.

Eröffnung der Landesausstellung, 1939.

Ein Erlebnis über das Jahr hinaus

Nicht nur für die Mitarbeitenden, die bei der Landesausstellung mitgewirkt hatten, sondern auch für das gesamte Personal war das Jahr 1939 erinnerungswürdig. Denn im repräsentativen, neu eröffneten Kongresshaus, das unter grossem Zeitdruck extra bis zur Landesausstellung fertiggestellt worden war, fand das Personalfest statt. In der Mitarbeiterzeitung heisst es dazu feierlich: «Die ZKB hatte die Ehre, als allererste diese ‹heiligen Hallen› zu profanieren; die Ouvertüre, mit gediegener Orchestermusik des Tonhalle-Orchesters im Tonhallesaal, anschliessend Dislokation in den Kongresssaal zu Speis und Trank, Bühnenvorführungen und Tanz.»

Vergnügungsfahrt auf dem Schifflibach.

Vergnügungsfahrt auf dem Schifflibach.

Titelbild: Landi-Seilbahn über dem Zürichsee.

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