Regenbogen über Zürich

Auch wenn die Zürcher Kantonalbank bei ihrem Auftritt blau daherkommt, steckt doch ziemlich viel Grün drin. Seit Jahrzehnten setzt sie sich für nachhaltige Mobilitätskonzepte ein – von der Regenbogenkarte für die Mitarbeitenden bis zum Transporttunnel der Zukunft. Und mittendrin waren auch noch ein Pinguin und eine Fledermaus.

Als Folge der Diskussion um das Waldsterben ging über Zürich der Regenbogen auf: Die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) hatten 1985 mit der Regenbogen-Karte ein zahlbares Monatsabonnement lanciert, das die Bevölkerung zu einem Umstieg vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel motivieren sollte. 1991 kam die Firmen-Regenbogen-Bonuskarte dazu, die drei Jahre später auch bei der Zürcher Kantonalbank an die Mitarbeitenden abgegeben wurde. Sie berechtigte zur freien Fahrt im ganzen Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), war aber primär für den Arbeitsweg gedacht. Die Bank verband die Abo-Aktion mit der Einführung einer neuen Parkplatzregelung, die einen Kostenbeitrag für die Parkplatzbenützer vorsah. Damit finanzierte sie teilweise die Abonnementsverbilligungen. Der Generaldirektor hatte neben dem Umweltschutz auch die Aussenwirkung im Auge, wie er im Bankrat ausführte: «Diese Aktion zur Förderung des öffentlichen Verkehrs wird als zeitgemässe Lösung PR- und werbemässig unterstützt, um ein positives Echo zu erwirken.»

Nachtschwärmer kommen zum Zug

Als 2002 dem ZVV ein letzter Geldbetrag fehlte, um sein Nachtnetz in Betrieb zu nehmen, sprang die Zürcher Kantonalbank als Sponsorin ein. So wurde es in der ganzen Region Zürich möglich, freitag- und samstagnachts bis in die frühen Morgenstunden mit dem öffentlichen Verkehr nach Hause zu fahren. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die Züge und Busse seither rege. Junge Menschen, die bei der Zürcher Kantonalbank ein Konto besitzen, zahlen keinen Nachtzuschlag, für alle anderen kostet er fünf Franken. Um das Angebot noch bekannter zu machen, verkehrte ab 2008 eine komplette Zugskomposition im auffälligen Fledermaus-Design auf dem S-Bahn-Netz. Ergänzt wurde die Aktion damit, dass während der Fussball-Europameisterschaft im Juni 2008 der Verkehr jede Nacht rollte und die Zürcher Kantonalbank den Nachtzuschlag vollständig übernahm.

Doch nicht nur die Förderung des öffentlichen Verkehrs geniesst hohe Priorität: Für Dienstfahrten werden bei der Zürcher Kantonalbank Fahrzeuge nach dem Prinzip des Carsharings genutzt. Ein entsprechender Vertrag mit Mobility wurde 2009 abgeschlossen. Bereits 1992 kam für Postdienste in der Zürcher Innenstadt erstmals ein Elektromobil zum Einsatz. Der «lautlose Flitzer» der Marke Pinguin 4 sollte auch gegen aussen aufzeigen, dass die Bank die Umwelt ernst nimmt und entsprechend handelt. 2017 schaffte die Bank für Materiallieferungen des Zentrallagers in Glattbrugg einen Elektro-Lastwagen an. Gar keine Energie brauchen die Fahrräder von Züri Velo – abgesehen von Muskelkraft. Das von der Stadt Zürich konzessionierte Veloverleihsystem nahm 2018 den Betrieb auf, und seither engagiert sich die Bank als Hauptsponsorin dafür.

Ab in den Untergrund

Neben der Förderung nachhaltiger Mobilität für den Berufs- und Freizeitverkehr setzt sich die Bank seit 2016 auch für den Güterverkehr ein und wirkt am Projekt Cargo Sous Terrain mit. Ziel dieser Idee ist die Verlagerung des schweren Güterverkehrs unter die Erde. Dies würde zu einer verkehrstechnischen Revolution führen: einer deutlichen Entlastung des Wirtschaftsraums Zürich vom Schwerverkehr und einer schnelleren, umweltgerechteren Beförderung von Gütern.

Titelbild: Elektromobil «Pinguin» der Zürcher Kantonalbank für den Postdienst in der City, 1992.

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