Schreiben – mühelos, fehlerlos und schnell

Ende der 1920er Jahre wurde bei der Zürcher Kantonalbank eine forcierte «Mechanisierung der Bureau-Arbeiten» beschlossen. 67 Schreibmaschinen waren – neben 11 Additions- und 7 Rechenmaschinen – in der Hauptbank zwar schon im Einsatz, aber das genügte längst nicht mehr. Man sei «hinsichtlich der modernen Betriebs-Einrichtung etwas ins Hintertreffen geraten», meinte Direktor Heinrich Daeniker.

«Unter ‹Mechanisierung› ist die vermehrte Anwendung der Maschine zu verstehen für solche Arbeiten, die sie ebensogut wie menschliche Arbeitskraft, aber rascher, sauberer und gleichmässiger als diese und vor allem gleichzeitig in mehrfacher Ausfertigung verrichten kann», begründete Direktor Daeniker am 28. Juni 1929 vor den Bankräten seinen Antrag für grössere Investitionen in den Büromaschinenpark. Er hoffe im Gegenzug darauf, dass einige teure Arbeitskräfte eingespart werden können. Der Bankrat war einverstanden.

Im Zuge dieser Mechanisierungsinitiative wurden nun sehr viele Schreibmaschinen angeschafft, unter anderem auch für die Zweigstellen. Die Maschinen waren so wertvoll, dass beim Ankauf einer neuen auch schon mal das alte Exemplar als Teil des Kaufpreises an den Verkäufer zurückgegeben wurde. Manchmal reichte es für die Filiale sogar nur für ein gebrauchtes Stück aus der Hauptbank. Die verschiedenen «Schreibmaschinensysteme» wie Hermes, Continental, Royal, Underwood und Remington Noiseless erhielten später Gesellschaft von elektrischen Schreibmaschinentypen. Diese kosteten 1950 etwa drei durchschnittliche Monatsgehälter, wiesen aber grosse Vorteile auf: müheloseres Schreiben und ein gleichmässigeres Schriftbild durch den elektrischen Anschlag.

Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.
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Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.

Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.
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Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.

Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.
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Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.

Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.
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Schreibmaschinen von Underwood und Continental aus dem Fundus der Zürcher Kantonalbank.

Neue Schreibautomaten erobern das Büro


Eine weitere Arbeitserleichterung im Betrieb der Zürcher Kantonalbank brachten teilautomatisierte Schreibmaschinen. 1962 berichtet die Personalzeitung von der dazumal modernen elektrischen Schreibmaschine mit Lochstreifen: «Der Flexowriter besteht aus einer elektrischen Schreibmaschine robuster Konstruktion mit einer Loch- und Lesevorrichtung für 8-Kanal-Lochstreifen und (…) kann manuell oder mittels Lochstreifen bzw. Lochstreifenkarten betätigt werden. Simultan kann ein Lochstreifen gestanzt werden. Mit den Lochstreifenkarten werden die repetitiven Texte, wie Titelbeschriebe, Depotstellenbezeichnungen, häufig vorkommende Kundenadressen usw., mit einer Geschwindigkeit von 600 Anschlägen pro Minute fehlerfrei geschrieben. Dies bedeutet eine beträchtliche Leistungssteigerung, die bei Anleihensemissionen besonders frappant ist.» Zunehmend abgelöst von Computern, verschwinden die Schreibmaschinen um 1990 nahezu vollständig aus dem Arbeitsalltag der Bank – nicht jedoch aus dem historischen Firmenarchiv, das eine stattliche Sammlung alter Schreibmaschinen aufweist.

Eine Friden Flexowriter, wie sie bei der Zürcher Kantonalbank im Einsatz stand. Links ist die Lochstreifen-Vorrichtung für automatisiertes Schreiben deutlich sichtbar.

«Es wird beschlossen, der Agentur Bäretswil eine ältere Schreibmaschine zur Verfügung zu stellen und dafür für die Hauptbank eine neue anzukaufen.»
Protokoll der Bankkommission, 29. März 1930.
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Agentur Adliswil, 1974. Schreibmaschine, Telefon, Stempel und Tischrechner gehören zur Grundausstattung eines Arbeitsplatzes.

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