Vielfalt willkommen!

Im Verlauf der letzten 150 Jahre wandelte sich die Haltung gegenüber Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund – auch gegenüber ausländischen Arbeitskräften. Mehr oder auch weniger willkommen in der Vergangenheit, erkennt die Bank heute in der Unterschiedlichkeit der Mitarbeitenden ein grosses Potential.

Aus der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg gibt es nur einige wenige Nachrichten zu ausländischen Staatsbürgern unter dem Bankpersonal, beispielsweise zu Deutschen. Dies obwohl sie bis in die 1940er Jahre die grösste Gruppe der in der Schweiz lebenden Ausländer waren. Einen Job bei der Zürcher Kantonalbank zu erhalten, war zum Teil schwierig für sie, wie zwei Beispiele zeigen: 1913 sollte auf Wunsch der Bankleitung ein 45-jähriger Sachse, Schwiegersohn eines Filialinspektors, angestellt werden. Doch es gab Bedenken, «da der Mann schon 45 Jahre alt sei, ein uns fremdes Idiom [Sprache] spreche und die Zahl der Stellengesuche von Bewerbern schweizerischer Nationalität gegenwärtig gross sei». Der Bankrat war sich unsicher, da der Mann zugleich als tüchtig geschildert wurde. Er lehnte aber schliesslich mit fünf zu drei Stimmen die Anstellung ab. Anders entschied man 1892: In jenem Jahr hatte die Filiale Meilen den in Egg ZH wohnhaften Traugott Schmid von Endingen, Oberamt Balingen (Süddeutschland), als Lehrling eingestellt. Der Geschäftsstellenleiter berichtete: «Er habe erst nachträglich erfahren, dass Schmid nicht Schweizerbürger sei; einmal eingestellt, wünsche er den Knaben dessen ungeachtet zu behalten.» Auch Bankrat und Geschäftsleitung fanden, «es würde sich nicht rechtfertigen, den Jüngling, weil Ausländer, wieder zu entlassen», und genehmigten die Anstellung.

Die Zeiten ändern sich

In den 1960er Jahren war die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer in der Schweiz stark gestiegen, sodass vom Bundesrat Massnahmen gegen Überfremdung ergriffen wurden. Im Allgemeinen aber – und auch bei der Zürcher Kantonalbank – war gleichzeitig Personalmangel ein drängendes Problem. So bemühte man sich 1963, eine Ausnahmebewilligung zu erwirken, um mehr Ausländer beschäftigen zu können. Dies gelang denn auch: «So war es uns möglich, zur Schliessung der dringlichsten Lücken noch einige deutsche Bankangestellte einzustellen», konnte man in der Mitarbeiterzeitung lesen. Die Antwort auf den damaligen Personalmangel war zunehmende Automatisierung, allerdings mit dem Handicap, dass auch die für die Automatisierung erforderlichen Spezialisten schwierig zu finden waren. Heute – im Zeichen der Globalisierung – besitzt schon etwa jeder vierte Schweizer auch einen ausländischen Pass. Das widerspiegelt zudem die Tatsache, dass rund 50 Nationalitäten für die Zürcher Kantonalbank tätig sind.

Das heutige Diversitäts-Management der Zürcher Kantonalbank befasst sich mit dem Recht auf gleichen Zugang zu Lebenschancen. Dazu gehört das Verbot von Diskriminierung, beispielsweise aufgrund des Geschlechts, des Alters, der Religion, der Nationalität, einer Behinderung oder der sexuellen Orientierung. Es ist heute breit anerkannt, dass wegen der Verschiedenheit und Vielfalt von Mitarbeitenden bessere Resultate bei Innovation und Entscheidungsfindung erzielt werden. Zudem bringt mehr Diversität ein besseres Verständnis füreinander und hilft beim Aufbau einer wertschätzenden Kultur.

«Er habe erst nachträglich erfahren, dass Schmid nicht Schweizerbürger sei; einmal eingestellt, wünsche er den Knaben dessen ungeachtet zu behalten.»
Bericht von Geschäftsstellenleiter, Bankratsprotokoll vom 15. Juni 1892.

Aus der Personalzeitung Nr. 4, 2012.

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