Von Sattelhauben bis Schoggi-Goldbarren

In den späten 1960er Jahren bewilligte der Bankrat der Zürcher Kantonalbank das Werbebudget fürs Jubiläumsjahr 1970. Es fiel vergleichsweise bescheiden aus: An erster Stelle beschenkte die Bank sich selbst mit neuem Briefkopf und neuem Signet. Daneben fielen die 500’000 Zündholzbriefchen und die 100’000 Taschenkalender kaum ins Gewicht. Schliesslich wurde ganz offiziell beschlossen, aufgrund des Jubiläums keine speziellen Kundengeschenke abzugeben. Nur wer an die offizielle Jubiläumsfeier eingeladen war, erhielt ein Goldvreneli und einen Tirggel.

An Kreativität in Sachen Kundengeschenke mangelte es über die Jahrzehnte nicht: Da wurden Sattelhauben fürs Velo verteilt, Pfeffermühlen verschenkt und sogar Goldbarren aus Schokolade hergestellt. Mittlerweile wird grossen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Ein modernes Kundengeschenk wird etwa von Bienen produziert.

Gerade auf der Welt – schon als Bankkunde angeworben

Ende 1974 beschloss die Bankenkommission, ihre Aufmerksamkeit wie andere Lokal- und Grossbanken den neugeborenen Zürcherinnen und Zürchern zu schenken und diesen Bereich stärker zu bewerben. Denn innert dreier Jahre war der prozentuale Anteil von Sparheften im Namen Neugeborener von 46 Prozent auf 26 Prozent gefallen. Geplant wurde, allen neuen Eltern einen 20-Franken-Gutschein zu überreichen, der auf ein neu eröffnetes Sparbuch eingezahlt werden musste. Diese erstmalige Einlage blieb während fünf Jahren blockiert und musste durch mindestens drei weitere Einzahlungen von mindestens je 20 Franken ergänzt werden. So wollte man sicherstellen, dass das Sparbüchlein auch genutzt wurde. Auch heute wird mit dem Gutschein für Neugeborene ein Geschenksparkonto eröffnet; die Konditionen hingegen wurden etwas gelockert.

Der Baby-Geschenkbon wird seit den 1970er Jahren verteilt und macht aus neuen Erdenbürgern sogleich Kleinsparer.
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Der Baby-Geschenkbon wird seit den 1970er Jahren verteilt und macht aus neuen Erdenbürgern sogleich Kleinsparer.

Letzte Seite im Buch «Ich» für Neugeborene mit Illustrationen von René Fehr.
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Letzte Seite im Buch «Ich» für Neugeborene mit Illustrationen von René Fehr.

Zu den Werbeartikeln für Kinder gehörten auch Farbstifte mit dem damaligen Maskottchen Anton.
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Zu den Werbeartikeln für Kinder gehörten auch Farbstifte mit dem damaligen Maskottchen Anton.

Adventskalender und Steckdosenadapter

Im Laufe der Zeit produzierte die Zürcher Kantonalbank verschiedenste Kundengeschenke. Dazu gehörte alles, was im Büro zu gebrauchen war: Schreibmappen, Brieföffner oder Schreibsets aus Silber mit Goldverzierungen; dann auch Nähzeug, Parkscheiben, Erfrischungstücher, Wimpel, Velosportmützen, Adventskalender oder Stadtführer. Weiter Sattelhauben, Strandmatten, Werkzeugsets, elektrische Pfeffermühlen, Steckdosenadapter oder Schoggi-Goldbarren. Aufgrund der Förderung des Wanderns natürlich auch eine grosse Anzahl praktischer Wanderutensilien: Rucksäcke (2001 in grau-schwarz mit verschiedenen Taschen und Fächern und diskretem Logo), ein «Berg-Beizli-Führer», Wanderkarten oder Sackmesser.

Apfelleder und Honig

Portemonnaies waren lange Zeit ein geradezu klassisches Kundengeschenk. 1978 kaufte die Bank 2000 «Portefeuilles aus 1 a Ziegenleder» mit Prägung, um sie an ausgesuchte Kunden zu verschenken. Zehn Jahre später verteilte man wiederum Portemonnaies einer Schweizer Firma als «Kundengeschenk für gehobene Ansprüche». Mitte der 1990er Jahre schliesslich wurden Kundengeschenke reduziert und die Bankleitung fragte sich gar, ob sie überhaupt weiterhin darauf zählen sollte. Man blieb aber dabei, und die Kundschaft prägte durch ihre Ansprüche neue Diskussionsfelder. Denn nun drängten sich gewichtige Themen wie Menschenrechte, Ökologie und Nachhaltigkeit in den Vordergrund. So machte die Bank in ihrem Ergänzungsbericht 2010 publik, dass sie bei der Beschaffung von Kundengeschenken bei ihren Vertragspartnern einen Verhaltenscodex verlange, der unter anderem Menschenrechte und insbesondere das Verbot von Kinderarbeit einschloss. In der Regel versucht die Bank auch, schweizerische Produzenten zu berücksichtigen.

Eine neue Idee war ausserdem, auf den Dächern eines Bankgebäudes Bienen zu betreuen und deren Honig ab 2018 als Kundengeschenk abzugeben. In eine ähnliche Kategorie fällt die Neuheit für die Agenda 2020. Sie ist in eine Hülle aus Apfelleder gekleidet, die danach immer wieder verwendet wird: Die Bank liefert inskünftig nur noch den Inhalt. So hat das richtige Geschenk zum richtigen Zeitpunkt auch weiterhin eine grosse und langanhaltende Wirkung. Aus diesem Grund wurde auch 2020 ein neuer Katalog mit vielseitig einsetzbaren Kundengeschenken geschaffen.


Seit 2017 produzieren Bienen in sechs Bienenstöcken auf einem Bankgebäude Honig. Das kostbare «Zürigold» wird als exklusives Kundengeschenk abgegeben.

Topmodisch: Ein blauer Gürtel mit der typischen Verschlussschnalle …
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Topmodisch: Ein blauer Gürtel mit der typischen Verschlussschnalle …

… und die ebenfalls zeittypische Uhr aus Plastik aus dem Jahr 1981.
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… und die ebenfalls zeittypische Uhr aus Plastik aus dem Jahr 1981.

Es durfte auch einmal spielerischer und handwerklicher zugehen: Jasskarten und Nähzeug von 1982.
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Es durfte auch einmal spielerischer und handwerklicher zugehen: Jasskarten und Nähzeug von 1982.

Es durfte auch einmal spielerischer und handwerklicher zugehen: Jasskarten und Nähzeug von 1982.
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Es durfte auch einmal spielerischer und handwerklicher zugehen: Jasskarten und Nähzeug von 1982.

Traditionell wurden gerne Büroartikel abgegeben. Hier die Auswahl von 1983 mit Schreibmappe, Block, Kugelschreiber und Brieföffner.
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Traditionell wurden gerne Büroartikel abgegeben. Hier die Auswahl von 1983 mit Schreibmappe, Block, Kugelschreiber und Brieföffner.

Traditionell wurden gerne Büroartikel abgegeben. Hier die Auswahl von 1983 mit Schreibmappe, Block, Kugelschreiber und Brieföffner.
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Traditionell wurden gerne Büroartikel abgegeben. Hier die Auswahl von 1983 mit Schreibmappe, Block, Kugelschreiber und Brieföffner.

Kartenspiel rund um das Geldwechseln von 1989.
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Kartenspiel rund um das Geldwechseln von 1989.

Sattelhaube mit Werbung für das Lunchkino, einem Sponsoringpartner der Bank.
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Sattelhaube mit Werbung für das Lunchkino, einem Sponsoringpartner der Bank.

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